Welche Ausrüstung soll ich nehmen?

Der DHV teilt Gleitschirme in folgende Kategorien ein:

1: Gleitsegel mit gutmütigem, weitgehend fehlerverzeihenden Flugverhalten.
1 - 2: Gleitsegel mit gutmütigem Flugverhalten.
2: Gleitsegel mit anspruchsvollem Flugverhalten und dynamischen Reaktionen auf Störungen und Pilotenfehler. Für Piloten mit Könnensstand "Performance" und regelmäßiger Flugpraxis.
2 - 3: Gleitsegel mit sehr anspruchsvollem Flugverhalten und heftigen Reaktionen auf Störungen. Geringer Spielraum für Pilotenfehler. Für Piloten mit Könnensstand "Sicherheitstraining" und umfassender Flugerfahrung sowie regelmäßiger Flugpraxis.
3: Gleitsegel mit sehr anspruchsvollem Flugverhalten und sehr heftigen Reaktionen auf Störungen. Kein Spielraum für Pilotenfehler. Für Piloten mit Könnensstand "Sicherheitstraining" und ständiger Flugpraxis.

Bei neuen Schirmen gehen jetzt immer mehr Hersteller dazu über, anstelle der DHV-Kategorie die Typen nach der CEN-Norm anzugeben. Hier handelt es sich um ein im Zuge der europäischen Harmonisierung erstelltes Testverfahren, welches voraussichtlich noch in diesem Jahr das DHV Gütesiegel ersetzen wird.

Klasse Beschreibung der Flugeigenschaften Beschreibung des erforderlichen Pilotenkönnens
A Gleitschirme mit einem Maximum an passiver Sicherheit und einem extrem verzeihenden Flugverhalten. Gute Widerstandsfähigkeit gegen abnormale Flugzustände. Für alle Piloten einschließlich Piloten aller Ausbildungsstufen.
B Gleitschirme mit guter passiver Sicherheit und verzeihenden Flugverhalten. Einigermaßen widerstandsfähig gegen abnormale Flugzustände. Für alle Piloten einschließlich Piloten aller Ausbildungsstufen.
C Gleitschirme mit mäßiger passiver Sicherheit und mit potentiell dynamischen Reaktionen auf Turburlenzen und Pilotenfehler. Der Rückgriff in den Normalflug kann präzisen Piloteneingriff erfordern. Für Piloten, die das Ausleiten abnormaler Flugzustände beherrschen, die "aktiv" und regelmäßig fliegen, und die die möglichen Konsequenzen des Fliegens mit reduzierter passiver Sicherheit verstehen.
D Gleitschirme mit anspruchsvollem Flugverhalten und potentiell heftigen Reaktionen auf Turbulenzen und Pilotenfehler. Die Rückkehr in den Normalflug erfordert präzisen Piloteneingriff. Für Piloten, die über viel Übung im Ausleiten abnormaler Flugzustände verfügen, die sehr aktiv fliegen, die signifikante Erfahrungen in turbulenten Bedingungen gesammelt haben, und die die möglichen Konsequenzen des Fliegens mit einem solchen Gleitschirm akzeptieren.

Aus dieser Einteilung ergibt sich, dass ein Anfänger von Schirmen der Klasse DHV 2-3 und 3 bzw. CEN C und D die Finger lassen sollte. Auch darf z.Zt. in Deutschland nur mit Schirmen der der DHV Klasse 1 oder 1-2 geschult werden. Die A-Scheinprüfung wird nur mit einem Gerät welches nicht höher als DHV 2 klassifiziert ist, abgenommen.

Wie dies nach Einführung der CEN Klassen geregelt wird, ist noch nicht ganz klar, es dürfte aber sicher sein, dass eine Schulung mit einem Gleitschirm der Klasse C nicht erlaubt sein wird.

Aber welchen Schirm soll ich nun nehmen?

Hast Du das Gefühl, dass Deine Flugschule erstklassig ausgebildet hat, professionell arbeitet und individuell auf Dich eingegangen ist, lasse Dich auch bei der Wahl Deines ersten Schirmes von Deiner Schule beraten. Denn niemand kann Dich und Deine Eigenheiten besser beurteilen als Dein Fluglehrer, mit dem Du ja die ersten Hüpfer gemacht hast.

Wenn Du bei Deiner Schule ein eher schlechtes Gefühl hattest, solltest Du Freunde (am besten selber fliegende) um Rat bitten oder einfach mehrere Händler befragen. Meist taucht dann ein Modell öfter auf als ein anderes. Dieses solltest Du dann ein wenig näher in Augenschein nehmen und auf jeden Fall einen oder mehrere Probeflüge machen.

http://www.gleitschirm-faq.de/Einsteiger/FAQ/WelcheAusruestung