Wie lange benötige ich für meine Ausbildung?
- Von besonderer Wichtigkeit ist die Frage, in welchem Turnus geschult wird. In der Regel werden zusammenhängende Wochenkurse angeboten, die sich entweder über 5 (die restlichen 2 Tage ist dann meistens Übungshangschulung für Neulinge) oder volle 7 Tage erstrecken. In der Regel benötigt man hier 2-4 Wochen um die 40 Höhenflüge zu absolvieren, abhängig von den nachher noch angesprochenen Kriterien. Daher sollte die Schule nach Möglichkeit zumindest während der Sommersaison von Mai bis Oktober durchgehend schulen. Oft legen gerade kleinere Schulen hier immer wieder Pausen ein oder schulen gar beispielsweise nur in 2-Wochen-Blöcken mit längeren Pausen dazwischen. In Extremfällen wird gar nur Wochenendschulung oder Schulung nach Terminvereinbarung angeboten, was meist einige größere organisatorische Probleme nach sich zieht.
- Das Schulungsgebiet der Schule sollte eine möglichst hohe Flexibilität bzgl. des Wetters aufbieten, das heißt Starts in verschiedene Windrichtungen ermöglichen oder durch eine besondere Lage häufig und weitgehend unabhängig vom überregionalen Wind optimale Startbedingungen am Startplatz bieten, etwa in thermisch aktiven Südhängen, wo bei Sonnenschein immer etwas Thermik hangaufwärts streicht. Optimal, wenn die Schule mehrere Gebiete zur Auswahl hat, die je nach Wetterlage ausgewählt werden können. Sonst sitzt man schnell mal ein bis mehrere Tage nur aufgrund des schlechten Wetters im Tal (Cafehopping).
- Das Schulungsgebiet sollte einen möglichst schnellen "Umlaufzyklus" ermöglichen, das heißt Wegstrecken vom Landeplatz zur Bergbahn sollten kurz, möglichst ohne Auto zurückzulegen sein, Standzeiten an der und Fahrtzeiten mit der Bahn sollten möglichst klein sein (schlecht, wenn man mit dem Sessellift in drei Sektionen jedesmal 45min. unterwegs ist) und auch der Startplatz sollte ohne allzu langen Fußmarsch von der Bergstation zu erreichen sein. Auf diese Weise schafft man in Verbindung mit wetterbegünstigter Lage so locker mal 4-5 Flüge pro Tag, während man in anderen Gebieten schon froh sein kann, drei Flüge zu absolvieren. Wie sich dies auf die Gesamtdauer der Ausbildung auswirkt, kann man sich leicht ausrechnen. Da diese Faktoren nicht immer gewährleistet werden können, bieten viele Flugschulen einen Shuttleservice an, entweder bis zur Bahn oder gar bis auf den Berg. Hierbei sollte man darauf achten, mit wievielen Bussen und in welchen Abständen transportiert wird. Einige Schulen schaffen hier einen sehr beachtlichen und gut funktionierenden Service, der oft auf jahrelanger Erfahrung basiert.
- Es sollten selbstverständlich genügend Fluglehrer sowie technische Mittel zur Verfügung stehen. Eine eigene Schulungsausrüstung für jeden Flugschüler - spätestens ab der Höhenflugausbildung - ist hierbei unerläßlich und fast ausnahmslos auch gewährleistet. Weiterhin sollten nicht nur aus Zeitgründen immer zwei Fluglehrer den Flug begleiten, einer am Startplatz, der andere am Landeplatz. Es ist schon aus sicherheitsbezogenen Überlegungen heraus kaum nachvollziehbar, dass einige Flugschulen hier immer noch sparen.
Es ist natürlich nichts dagegen einzuwenden wenn fortgeschrittenere Schüler dann auch mal ohne Einweisung vom Lande- oder Startplatz fliegen, um etwa eben den Ablauf nochmal zu beschleunigen.