Die kleine Foto-FAQ

Tipps zum Digitalkamerakauf

Wer nicht immer das Allerneuste braucht, kann richtig Geld sparen. Ein Griff zur vorletzten Generation schont die Barmittel und läßt genügend Geld für den Flieger(kurz)urlaub. Und weil meistens nur über die Auflösung gesprochen wird - Pixelfetischisten aufgepasst. Auflösung allein ist nicht Alles.

Ein wichtiger Punkt ist die Geschwindigkeit der Kamera. Also: Wie lange benötigt sie nach dem Einschalten, bis sie aufnahmebereit ist? Dauert es zu lange, ist das Schnappschuss-Motiv vielleicht schon über alle Berge ... Wie groß ist die für Digitalkameras typische Auslöseverzögerung (jene Zeit, die zwischen dem Druck auf den Auslöser und der eigentlichen Aufnahme vergeht)? Die Zeit zwischen zwei Bildern? Wer sich beim ersten Mal verknipst hat und dann 1,5 Sekunden warten muß, wird sich bald ärgern. Und dann die Frage ob Serienbilder möglich sind , und wenn ja: In welcher Geschwindigkeit und bei welcher Auflösungseinstellung?

Dann: Wie groß ist die mitgelieferte Speicherkarte/interner Speicher und mit welchen Karten kann der Speicher erweitert werden? 8 oder 16 MB sind meist im Serienumfang enthalten, allerdings bei einer höheren Auflösung auch gleich voll. 128MB dürften sich als gutes Mittelmaß bewähren, mehr ist natürlich immer gut.

Was liegt an Software im Paket? Gibt es vielleicht ein Bildbearbeitungsprogramm dazu, das beim Alleinerwerb fast schon ebenso teuer wäre wie das gesamte Kamerapaket?

Arbeitet die Kamera mit Akkus und werden diese mitgeliefert? Ist ein Netzgerät enthalten? Ein wichtiger Punkt denn viele Digitalkameras entpuppen sich als wahre Stromfresser. Und das geht dann ins Geld. Und der Stromverbrauch sollte auch deshalb im Auge behalten werden, weil es ärgerlich ist, wenn man ein perfektes Alpenpanorama vor der Linse hat und aus dem Bild nicht wird, weil die Akkus bereits nach 40 Bildern leer sind.

Bei hochwertigeren Kameras sollte man sich noch schlau machen, ob es für das Modell das benötigte Zubehör wie etwa einen externen Blitz, Tele- oder Weitwinkelvorsatz oder Aufschraub-Filter gibt. Man kann zwar vieles am Computer machen, aber halt auch nicht alles.

Die Ausrüstung (Analoge Fotografie)

Über den Kamerabody Worte zu verlieren, würde den Rahmen sprengen. Die Auswahl ist einfach zu groß. Ebenso wie die Preisspanne der Spiegelreflexkameras. Ich schwöre auf meine Canon EOS 50E, andere würden das Teil nicht einmal mit einer Zange anfassen. Wer sich aber neben dem Gleitschirmfliegen ernsthaft mit der Fotografierei beschäftigt, wird schon die richtige Kamera finden. Vielleicht nur soviel: Ein Vollautomat macht schöne Bilder, wer aber auch mal experimentieren will, sollte zumindest die Möglichkeit haben, halbmanuell oder noch besser manuell zu fotografieren.

Ein zweiter Kamerabody hilft flexibel zu sein, ist aber bei der Fliegerei eher störend. Das Gebaumel am Hals ist sicherlich nicht jedermanns Sache. Ein Winder- oder Motorantrieb ist sicherlich in vielen Situationen hilfreich. So ist man schnell wieder schußbereit, ohne den Blick vom Sucherbild nehmen zu müssen. Auch für Sequenzen und Serien ist der Motorbetrieb unbedingt nötig.

Für Gleitschirmbilder sind Objektive mit einer Brennweite mindestens 180 mm zu empfehlen. Besser sind natürlich Brennweiten mit 300-400 mm, möglichst mit einer großen Anfangsöffnung. Dies jedenfalls, wenn man die Bilder nicht während des Fliegens, sondern am Start machen möchte.

Für Flugbilder sind solche Objektive nämlich denkbar ungeeignet. Hier bieten sich Zoomobjektive an. Vielleicht sogar gleich zwei Stück. Eines mit einer Brennweite von 20 - 50 mm und ein weiteres mit 80 - 200 oder gar 300 mm. Ein Fisheye oder Extremweitwinkel mit einer Brennweite von 14 mm gehört in die Preisklasse 'heftig' und wer sich so ein Teil leistet, braucht diesen Leitfaden sicherlich nicht mehr lesen.

Gute Bilder: Tipps und Hints

Tja, nicht einfach, da Gleitschirmbilder meist eine Mischung aus Sportfotografie und Landschaftsfotografie sind. Und hier sind die Anforderungen doch reichlich unterschiedlich.

Für die Sportfotografie gilt: Will man ein schnell bewegtes Objekt scharf abgebildet haben, erfordert dies kurze Belichtungszeiten. Das führt wiederum dazu, dass nicht zu sehr abgeblendet werden darf, was nun dazu führt, dass das eigentliche Motiv (der bewegte Gleitschirm, der startende Pilot) sich klar und prägnant vom unscharfen Hintergrund absetzt.

Kurze Verschlußzeiten frieren dabie die Bewegungen ein (ab ca. 1/1000 s). Verlängert man die Belichtung dagegen bis vielleicht zu 1/15 s, wird der Bewegungsablauf als Bewegungsunschärfe abgebildet. Zieht man dabei die Kamera mit, bleibt das bewegte Objekt(z.B. der Pilot beim Startlauf) scharf, der Hintergrund wirkt dynamisch unscharf verzeichnet. Dabei ist im optimalen Fall die Schärfe nur auf den Piloten konzentriert. Am besten visiert man das Motiv schon vor der eigentlichen Belichtung an und folgt der Bewegung.

Toll ist auch ein Effekt, den Zoomobjektive bieten. Rasende, fast explosionsartige Actionaufnahmen entstehen durch die Kombination von längeren Belichtungszeiten (länger als 1/60s) und der Veränderung der Brennweite während der Belichtung. Dies muß allerdings sehr schnell geschehen. Schiebezooms sind für den Spurt von der kurzen zur längsten Brennweite wie geschaffen. Das Bildzentrum bleibt relativ scharf, während die Randbereiche nach außen hin wegdriften. Bewegungen schräg zur Horizontlinie oder direkt auf die Kamera zu ergeben die spannendsten Ergebnisse.

Richtig gut werden Gleitschirm(sport)bilder dann, wenn der Betrachter quasi mit im Geschehen ist. Sei es, weil die Kamera mit Hilfe einer Befestigung aus der Kappe völlig neue Blickwinkel liefert, sei es dass sie am Helm befestigt ist und so den Blickwinkel des Piloten wiedergibt oder sei es, dass sie einfach hautnah plaziert wurde. In diese Fällen kommen dann am Besten kurze Brennweiten zum Tragen. Kürzere Belichtungen bieten dabei meist mehr Bildpräsenz. Voraussetzung für diese Spielarten ist eine vollautomatische Kamera, die - wenn notwendig- auch per Fernauslöser gezündet wird. Was den Filmverbrauch anbelangt, so sollte man nicht geizig sein. Immer genügend Filme in Reserve haben und auch mal höherempfindliche Filme benützen, um Belichtungsreserven zu haben Und zum Schluß: Reservebatterien gehören in jede Fototasche.

Nun haben Gleitschirmbildern aber neben dem Gleitschirm auch im gleichen Maße die Landschaft als Hauptmotiv . Und bei der Landschaftfotografie sieht es nun wieder anders aus, da gelungene Landschaftsaufnahmen eine richtiggehende Bildkomposition voraussetzen. Hier ist Geduld gefragt.

Gerade beim weniger geübten Fotografen konzentriert sich der Blick nämlich schnell auf das Hauptmotiv und grenzt dabei die Umgebung aus. Man übersieht störende Elemente (Stromkabel, Zäune, Häuser, etc.) oder bemerkt einen zu unruhigen Hintergrund nicht, der auf dem Bild vom eigentlichen Motiv ablenkt. Da hilft nur Übung und das Abtasten des Bildes. Ein paar Meter zur Seite oder nach oben gestiegen und schon wirkt das Bild ganz anders.

Punkte auf die man hierbei achten sollte sind

  • das Verhältnis zwischen nah und fern
  • die Horizontlage
  • und die Flächenaufteilung.

Am einfachsten Gestaltet sich bei Landschaftsbildern noch die Totale. Durch die Lichtrichtung und den Hintergrund, steht der Kamerastandpunkt schnell fest. Etwas niedriger, und der Himmel ist dominanter, etwas höher und der Vordergrund nimmt mehr Raum ein. Achten sollte man auch auf die Hintergrundwirkung Bergkuppen verlaufen harmonisch und auch eine Tanne, weit entfernt, ist im Gesamtbild integriert, wenn mit einer kleinen Blende (große Blendenzahl) fotografiert wird. Hier zeigt sich auch wieder das Dilema. Für die Bewegung, wäre ja grundsätzlich eine große Blende wünschenswert, damit das der sich bewegende Gleitschirm nicht unscharf wird. Hier das passende Mittelmaß zu finden, erfordert Übung und etwas Glück.

Da bei einer kleinen Blende die Landschaft in der gesamten Tiefe scharf wiedergibt, sollte man Lichtrichtung und -Qualität genau beobachten, damit die Wirkung der dritten Dimension auch auf dem Bild erhalten bleibt. Hier sind der frühe Morgen als auch der Nachmittag, wenn das Licht tiefer steht zu empfehlen.

Beim Objektiv dürfte sich für Landschaftfotografie eine Brennweite von 28 mm oder kürzer als günstig erweisen. Die Schärfeeinstellung in das hintere Drittel des Bildraums gelegt und es entsteht der Eindruck von Tiefe.

Wer ein Bild wirklich professionell angehen will, sollte das Motiv zu verschiedenen Zeiten betrachten und dabei analysieren, wie die jeweiligen Lichtverhältnisse die Bildwirkung verändern.

Ein Highligt ist natürlich die Panoramafotografie. Und obwohl das auch mit analogen Kameras möglich ist, ist dies in der Zwischenzeit die Domäne der Digitalkameras mit den weit verbreiteten Stitching-Programmen. Bis zu 360° Panoramen sind so möglich und erlauben den virtuellen Rundumblick.

http://www.gleitschirm-faq.de/Infos/Minifaq/Foto