Die kleine Schuh-FAQ

Viel zu selten schenkt denkt man bei der Ausrüstung an die Stiefel. Nicht gut, denn richtige Stiefel erleichtern einen nicht nur den Aufstieg, sondern sorgen auch dafür, dass man sich nicht gleich den Fuß bei einer unsanften Landung bricht.

Ob nun spezielle Fliegerstiefel oder 'normale' Berg- oder Trekkingstiefel, hier ein paar wichtige Punkte, die man beachten sollte:

Einkauf:

Verschlußhaken: Diese sind bei enem normalen Bergschuh so ausgelegt, dass sich die Leinen darin verfangen können. Das kann sowohl für die Leinen als auch für den Pilot negative Folgen haben. Hier kann allerding sein Schuster Abhilfe schaffen, indem er die Haken durch Ösen ersetzt.

Gewicht: Je leichter, desto besser. Wer 25 kg auf dem Buckel den Berg hochschleift, ist froh, wenn er nicht auch noch 1,5 kg an den Füßen mit sich herumträgt.

Wasserdichtheit: Ob nun Leder, Synthetik oder einen Mischung. Wasserdicht sollte der Stiefel sein. Denn wer nicht nur im Sommer fliegt wird früher oder später durch Schnee oder Firn laufen müssen. Und wer dann mit nassen Füßen startet, wird schon schnell feststellen, dass eiskalte Füße die Flugfreude erheblich mindern und einen sogar zum Landen zwingen können.

GoreTex und Konsorten: Die einen schwören drauf, die anderen glauben, dass nichts die Feuchtigkeit und Nässe so gut daran hindert, den Schuh wieder zu verlassen. Letztendlich Geschmacks- und Preissache.

Bequem: Gute Stiefel sind bequem. Und dies nicht nur im Flug. Nicht überall sind zwischen Bergstation und Startplatz nur 100 Meter zurückzulegen. Wer eine halbe Stunde oder längern in unbequemen Stiefeln marschieren muß, wird die Teile früher oder später gegen bequemere Exemplare austauschen. Schade ums Geld.

Knöchelschutz: Gerade der Knöchel ist beim Starten und Landen die gefährdeste Stelle am Fuß. Schuhe ohne ausreichende Stabilität können einen bereits beim Startlauf in unebenen Gelände in Schwierigkeiten bringen. Daher sind viele spezielle Fliegerschuhe gerade im Knöchelbereich verstärkt, was andererseits aber gerne wieder zu Lasten der Bequemlichkeit geht.

Sohle: Die Sohle des Schuhs sollte eine gute Dämpfung und ein rutschfestes Profil aufweisen, aber nicht zu starr sein.

Paßform: Unterschiedliche Hersteller haben unterschiedliche Leisten. Die Schuhe eines Herstellers fallen eher weit aus, die anderen eher schmal. Hier heißt es ausprobieren. Und bitte nicht nur 5 Minuten. Für den Kauf eines guten Stiefels sollte man sich Zeit nehmen. Ein Schuh der fünf Minuten nicht drückt, kann dies nach 20 Minuten durchaus tun. Manche (große) Sportausstatter haben der Natur nachempfundene Laufwege mit Steigungen, Gefällen und unebenen Gelände - super Möglichkeit die Schuhe auszuprobieren.

Pflege:

Lüftung: Schuhe gehören gelüftet. Und das auch unterwegs. Also nach dem Gebrauch möglichst weit öffnen und ggf. die Innensohle herausnehmen.

Trocknen: Langsam heißt hier die Devise. Wer seine Stiefel in der prallen Sonne, an der Heizung oder zu nah am Ofen trocknet, riskiert, das das Leder "Verbrennt", d.h. seine Form und Geschmeidigkeit verliert. Ist mal Wasser in den Stiefel gelaufen, den mit Zeitungspapier ausstopfen und so trocken lassen.

Aufbewahrung: Wenn man die Teile nicht gerade an den Füßen hat gilt - Stiefel niemals feucht oder nass oder in feuchten Räumen aufbewahren. Sie verschimmeln sonst! Auch der Kofferraum des Autos ist kein guter Aufbewahrungsplatz.

Imprägnierung/Pflege: Regelmäßig die wasserabweisende Imprägnierung der Schuhe erneuern. Auch dann dann, wenn der Schuh nicht getragen wird, denn die Wirkung lässt mit der Zeit nach (deshalb macht es auch Sinn, dies bei einem nagelneuen Schuh zu tun!). Durch die Auffrischung weist das Obermaterial Schmutz und Wasser wieder besser ab. Es nimmt bei Nässe kein zusätzliches Gewicht auf, die Schuhe halten besser warm. Außerdem wird durch die Imprägnierung verhindert, dass sich Feuchtigkeit wie das Wachs im Kerzendocht den Weg bis zum Schaftrand hinauf bahnt und dann langsam ins Innere des Schuhs kriecht.
Zur Klarstellung: Die Imprägnierung sorgt dafür, dass das Obermaterial Wasser abstößt. Sie hat jedoch nichts mit einer wasserdichten und atmungsaktiven Ausstattung, beispielsweise mit GORE-TEX, zu tun. Diese ist immer wasserdicht. Die Atmungsaktivität des ganzen Schuhs als System wird jedoch durch ein gut wasserabweisendes Obermaterial begünstigt.
Hauptsächlich man verwendet zwei Mittel, um Leder wasserabstoßend zu machen. Das eine basiert auf Silikon, das andere auf Fluorcarbonharzen (bei Gore-Tex-Schuhen nimmt man immer dieses). Chemisch ist es leider so, dass sich die beiden Mittel in ihrer Wirkung gegenseitig negativ beeinflussen. Es ist daher wichtig, immer das passende Mittel zu verwenden. Unbedingt die Empfehlungen des Herstellers lesen bzw. hören Sie auf die Tipps des Verkäufers.
Auch Leder will regelmäßig gepflegt sein. Leder ist ein Naturmaterial, und als solches braucht es "Nahrung". Bekommt es diese nicht, trocknet es aus, wird spröde und brüchig. Als Pflegemittel eignen sich besonders gut spezielle Wachse oder flüssige Emulsionen. Kein Öl, denn es macht das Leder weich. Der Schuh kann seine Form verlieren. Auch Fett hat einen Nachteil: es dringt zwar tief ein und pflegt daher gut, aber es schmiert die Poren des Leders zu. Für Nubuck- oder Veloursleder (manche sagen auch Wildleder) empfiehlt man allgemein Spray, mit dem das Oberleder wieder wasserabweisend wird. Aber irgendwann braucht auch dieses Naturmaterial "Nahrung". Durch die Verwendung von Wachs verliert es zwar seine matte Optik, die Oberfläche selbst jedoch widerstandsfähiger gegen Beschädigungen. Vor der Pflege sollte man die Schnürsenkel entfernen, sonst erreicht man die Flächen unter der Schnürung und die Zunge des Schuhs nicht.
Die Metallteile der Schnürung werden durch Wachs oder Fett vor Korrosion geschützt.

http://www.gleitschirm-faq.de/Infos/Minifaq/Schuhe