Groundhandling

Groundhandling - warum?

Zusammenfassend hier einige Punkte, die Groundhandling leisten kann:

  • Schulung des Rückwärtsstartes bis zu dessen solider bis perfekter Beherrschung
  • Vermittlung eines wesentlich besseren Verständnisses und Gefühls für den eigenen Schirm
  • Eine Menge Spaß und Action im fortgeschrittenen Stadium sowie gleichsam damit verbun-den eine Erweiterung des Einsatzbereiches des Gleitschirms zur Freizeitgestaltung
  • Den perfekten "Ausgleichs/-Ergänzungssport" bei unfliegbaren Bedingungen
  • Ein deutliches Plus an Sicherheit durch die ständige Beherrschung des Gerätes am Boden auch unter Starkwindbedingungen, sowohl beim Start als auch nach der Landung
  • Eine deutliche Beschleunigung des Startvorganges durch entfallendes aufwändiges Auslegen und Leinensortieren.

Der wichtigste Punkt hierbei dürfte aber das Training des Rückwärtsstartes sein, da dieser ganz erheblich die Startoptionen bei schwierigeren Startbedingungen (Wind, Gelände) erweitert. Hierbei ist weniger von Bedeutung (wie oft vermutet), daß man den Schirm schon während der Aufziehphase sehen kann - ein guter Vorwärtsstarter spürt auch über die Tragegurte ganz gut, was der Schirm macht. Vielmehr hat man anhand der verschiedensten Techniken die Möglichkeit, im Gegensatz zum Vorwärtsstart den Schirm auch schon während der Aufziehphase voll zu kontrollieren bzw. zu steuern. Und gerade wenn es zerrt und hebelt, weiß man den Umstand in Zugrichtung zu stehen und zu blicken schnell zu schätzen.

Groundhandling - wann?

Salopp gesagt: Wann immer möglich.

Grundsätzlich sollte man immer dann, wenn man gerade nicht fliegen will oder kann, der Wind paßt und man etwas Freizeit zur Verfügung hat in Erwägung ziehen, sich mit dem Schirm auf die Wiese zu stellen. Bevorzugte Anlässe sind z.B. unfliegbare Verhältnisse im Gebirge am Wochenende (etwa Föhnlagen) mit windigen aber trockenen Bedingungen in der eigenen näheren Umgebung. Auch Talwindsituationen am Landeplatz nach dem letzten Tagesflug (man wartet vielleicht noch auf irgendjemanden) eignen sich perfekt.

Der Wind sollte Anfangs nicht zu stark sein, 10-20km/h sind optimal. Je laminarer die Anströmung in Stärke und Richtung desto besser, wobei zu sagen ist, daß ungleichmäßiger Wind auch nur das Handicap und damit die Herausforderung erhöht.

Groundhandling - wo?

Am besten auf weichem Untergrund wie Gras oder Schnee. Optimal sind frei angeströmte Wiesen, die in Windrichtung eine hinreichende Ausdehnung aufweisen. Hindernisse im Luvbereich bremsen und verwirbeln die Luftströmung und bei stärkerem Wind kann man auch schon mal hundert Meter über den Rasen geschleift werden. Oft spürt man an einigen Stellen der Wiese (etwa dem Abbauplatz eines Landeplatzes) gar nicht, daß an anderen Stellen bereits perfektes Bodenhandling möglich wäre da dort ganz andere Windverhältnisse vorherrschen. Daher sollte man sich auf der Suche nach geeigneten Locations ruhig etwas Zeit nehmen und sich etwas genauer die Windrichtung sowie die Ausgesetztheit der in Frage kommenden Wiesen ansehen. Optimal sind höher gelegene Plateaus, da hier tendenziell stärkere und gleichmäßigere Bedingungen vorherrschen als in Talbodenlagen (Ausnahme Talwind).

Die Wiesen sollten weitgehend Hindernisfrei sein, insbesondere Erdlöcher von Fuchsbauten und ähnlichem stellen verletzungsträchtige Stolperfallen dar. Für fortgeschrittene Übungen können dann auch gerne einige "Spielgeräte" wie kleine Hügel, Kanten oder - überhaupt am besten - größere soarbare Hangflächen vorhanden sein.

Groundhandling - wie?

Die große Frage! Wie stellt man es am schlauesten an, wie kommt man am schnellsten voran. Dieser Leitfaden soll sowohl alle wesentlichen Basics und Grundstellungen als auch eine umfassende und anschauliche Übersicht und Darstellung aller Rückwärtsstartmethoden sowie weiterführender Übungen im Rahmen des Groundhandlings bieten. Ziel des Groundhandlings sollte eine möglichst variable, anpassungsfähige und solide Technik sein, die einem für jede Situation die optimalen Mittel und Methoden zur Verfügung stellt. Viele Diskussionen zu Bodenhandling und Rückwärtsstart verlaufen deshalb oft im Sande, weil es die eine allesbeherrschende Technik schlicht nicht gibt! Hierzu können die Randbedingungen viel zu verschieden sein.

Markus Haubt
http://www.gleitschirm-faq.de/Praxis/Groundhandling/article_001