Safety first!

Groundhandling - das heißt nicht zwangsläufig, daß man auch am Boden bleibt. Wer schon mal erlebt hat, wie es einen bei stärkerem Wind auch aus der Ebene weghebeln kann wird zustimmen, daß auch beim Groundhandling Protektor und Helm keinesfalls fehlen sollten. Rein windbedingt ist ein Aushebeln bis zu 5m Höhe möglich, auf thermisch aktiven Wiesen werden Piloten in seltenen Fällen unfreiwillig noch in weit größere Höhen gezogen.
Aus diesem Grund gilt: Auch beim Bodenhandling immer vollständig eingurten (schon allein der Übertragbarkeit der Übungen auf Gebirgsstarts halber) und Flugbereitschaft sicherstellen!
Man kann allerdings ganz klar eine Grenze ziehen zwischen Normalwind- und Starkwindhandling. Diese Grenze liegt in etwa bei 20km/h Windgeschwindigkeit. Unterhalb dieser Windgeschwindigkeit lassen sich perfekt fast alle Startarten trainieren ohne daß man dabei Gefahr läuft, übermäßig ausgehebelt oder davongeschleift zu werden. Einsteiger sollten in jedem Fall darauf achten, daß die Windspitzen nicht oberhalb dieser Geschwindigkeit liegen.
Ab 20km/h aufwärts beginnt das richtig spaßige aber auch deutlich riskantere "Actionhandling" welches bereits eine solide Grundtechnik voraussetzt.

Weiterhin werden auf jeden Fall Handschuhe, das übliche feste Fliegerschuhwerk (noch vielmehr als beim eigentlichen Fliegen!) sowie robuste Kleidung benötigt. Der Fliegeroverall taugt hier eher weniger und wäre auch schnell zu warm, eher sollte man auf normale Trainingsklamotten und ähnliches zurückgreifen.
Ganz wichtig: Immer ausreichend Getränke mitführen, Groundhandling ist mitunter sehr anstrengend und zehrt ungemein aus, die Flüssigkeitszufuhr während der Übungen - vor allem in der warmen Jahreszeit - sollte deshalb keinesfalls vernachlässigt werden. Wie auch sonst beim Fliegen, wird der körperliche Abbau angesichts der Glücksgefühle und hoher Motivation oft erst sehr spät wahrgenommen.

Markus Haubt
http://www.gleitschirm-faq.de/Praxis/Groundhandling/article_005