Das Aufziehen

Das Aufziehen: Eine philosophische Frage!

Bevor wir nun endlich zu den eigentlichen Varianten des Aufziehens gelangen sollte hier auf ein paar sehr wesentliche Grundvarianten eingegangen werden. Spätestens ab hier muß festgestellt werden, daß es die Universaltechnik schlicht nicht gibt. Den wesentlichsten Einfluß auf die Wahl der Mittel haben die Windbedingungen aber auch der Schirm, insbesondere die Konstruktion der Tragegurte sowie die Bremslängeneinstellung spielt hier eine entscheidende Rolle.

Aus diesem Grunde sollte man sich bei den ersten Versuchen sehr intensiv den körpernahen Bereichen des Tragegurt-Fangleinen-Komplexes widmen. Auf jeden Fall sollte man verstehen, wo sich in welcher Position (Kappe liegend, aufgezogen, Tragegurte am Ansatz oder erst weiter hinten verdreht) welche Gurte befinden. Wie bereits beschrieben, am einfachsten man schiebt Verdrehungen und Überkreuzung soweit wie möglich von sich und blickt zuerst auf die obenliegenden D- Gurte. Diese liegen manchmal allerdings genau 90° quer, wenn die Hauptkarabiner des Gurtzuegs in Flugrichtung und nicht quer eingeschlauft sind.

In jedem Fall besteht beim Rückwärtsaufziehen eine wesentlich höhere Gefahr, daß sich Leinen am Körper verhängen. Am häufigsten passiert dies mit den Beschleunigerseilen, die sich gerne unter die Schnallen von Bein- und Brustgurten klemmen. In diesem Fall kann der Schirm beim Abheben schon vorbeschleunigt sein, was nicht unerhebliche Risiken nach sich zieht. Auch Cokpits mit abstehendem GPS, aufs Bein geschnallte Varios etc. sind neuralgische Verhängerquellen. Daher immer den freien Lauf aller Gurte und Leinen bis kurz vor dem Aufziehen im Auge behalten, es bietet sich hier ein kurzes seitlich schräg vom Körper wegführendes Straffen der Gurte an den Leinenschlössern an. Auch hier sollte man durchaus nochmals eine halbe Probeausdrehung bei liegendem Schirm durchführen, um die Freigängigkeit von Bremsen und Beschleuniger im Flug zu gewährleisten.

Markus Haubt
http://www.gleitschirm-faq.de/Praxis/Groundhandling/article_008