Die 10 Gebote des Starkwindhandlings
Rüdiger (RAc) hat nicht nur den Beitrag über den Kobrastart verfasst, nein er hat für's DHV-Forum auch 11 Gebote für das Starkwind- Groundhandling verfasst, die es zu lesen und vorallem auch zu beherzigen gilt.
Für Gleitschirm-FAQ wurden die 11 Gebote von Rüdiger und Werner Grieshaber überarbeitet und (strenggläubige Christen mögen mir verzeihen) auf die gottgebene Zahl von Zehn gebracht. Ausserdem wurden die 10 Gebote mit hilfreichen und wichtigen Zusatzinformationen versehen.
Und hier jetzt die Gebote:
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Gelände - wir suchen uns ein großes, weit offenes Gelände heraus und stellen uns grundsätzlich an die "unterste" Ecke (d.h. dort, wo der Wind herkommt). Wenn es uns entweder am Boden oder in der Luft weg schleift bzw. trägt, möchten wir wirklich nicht nur 30 m von einem Hindernis weg sein!
Hindernisse auf dem Gelände sind allerdings nicht zwangsweise Fluch, sondern können auch fabelhaft zum Spielen geeignet sein. -
Helm, Handschuhe und Fliegerstiefel sind obligatorisch! Bedenkt beim Starkwindhandling zusätzlich, daß es euch zuweilen noch über den Acker schleifen kann. Lange Ärmel und Jeans sind also selbst bei sehr warmen Temperaturen keine schlechte Wahl.
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Grundsätzlich: Wer die Eigenheiten seines Schirms und seines Gurtzeuges genau kennenlernen möchte, wird beim Spielen um die "Hauptausrüstung" nicht herum kommen.
Ein speziell für Bodenübungen angeschaffer "Einwegschirm" mit leichtem Alt-Gurtzeug macht die Hemmschwelle zum Üben wesentlich geringer. -
Wenn's dumm kommt, wird der Schirm so derb mehrfach umeinander gedreht, dass die Bremsleinen nicht mehr frei sind, und dann hat man kaum mehr Chance, der Zweckentfremdung als Ackerpflug zu entgehen. Deswegen kann sich ein Trennkarabiner schon bei der ersten Session bezahlt machen!
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Mindestens zu zweit herausgehen und darauf vorbereitet sein, dass man auch zu zweit fliegt (es gibt nicht selten Bedingungen, wo es auch mal zwei Leute am selben Schirm lupfen kann). Auf jeden Fall irgend jemand wissen lassen, was Ihr macht und wo Ihr (theoretisch) seid.
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Der Schlüssel zum Starkwindhandling ist Körpergewicht! Niemand sollte daran denken, bei Starkwind rauszugehen, der nicht lange verinnerlicht hat, den Körper als Teil des Flügels einzusetzen und alle Kontrollbewegungen als genau abgestimmte Kombination aus Steuerbewegungen und Körpereinsatz zu machen. Die Ent- und Belastung des Schirmes durch den Körper ist am Boden genauso wichtig wie die seitliche Korrektur entweder durch Gewichtsverlagerung oder Steuerbewegungen!
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Die Normalposition beim Starkwindhandling ist eingedreht. Ausdrehen macht bei stärkeren Winden in der Regel keinen Sinn, da Ihr selbst mit extremer Vorlage dem Schirm nicht soviel Körpergewicht entgegensetzen könnt wie eingedreht.
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Die Lockerheit und Gelassenheit bei allem, was ihr tut, ist eines der wichtigsten Lernziele. Auch bei widrigen Bedingungen liegt die Kraft in der Ruhe. Lernt klar weiterzudenken und euch nicht von Panik bestimmen zu lassen. Je stärker der Wind, desto minimaler und sanfter die Steuerbewegungen, die nötig sind, und desto weniger werden Überreaktionen verziehen.
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Tastet euch schrittweise ans Starkwindhandling heran. Seid euch nicht zu schade, auch bei moderaten Winden herauszugehen, um die notwendigen Komponenten (Schirmkontrolle, Körpergewichtseinsatz etc.) Stück für Stück zusammenzukriegen. Genau wie beim "richtigen" Fliegen werdet Ihr auch oft genug noch enttäuscht wieder einpacken, aber ohne dass man es zuweilen einfach mal versucht gibt's auch niemals die "richtige" Windsituation für eure momentane Könnensstufe.
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Wenn's nicht mehr geht, dann geht's nicht mehr. Wann das genau ist, muss jeder - genau wie beim Fliegen - für sich selbst entscheiden.