Coup Icare einfach wunderbar !!!
Einleitung
Ja ja, und das schon seit 29 Jahren. 29 Jahre ??? Angefangen haben
natürlich die Drachenflieger, damals noch echte Pioniere aber trotzdem
mit Sinn für Humor. Jedenfalls findet seit diesen längst vergangenen
Tagen eben jedes Jahr der sogenannte Coupe Icare statt. Verkleidetes
fliegen ist Pflicht.
Ob als Taucher, Peter Pan mit Personenschutz, Eifelturm oder wie dieses
Jahr als Freiheitsstatue. Ob als Titanic, auf dem Tandem, als Captain
Future, Schweitzer Messer oder dicker Dino. NO LIMITS, fliegen sollt's halt.
Über den diesjährigen Coupe Icare, meine Eindrücke und die Erfahrungen möchte ich in diesem Artikel berichten.
Vorbereitung
"Oh man, noch 8 Tage .......,soll ich überhaupt? Und wenn dann wie? Die Idee kam mir bei einem meiner abendlichen Ausflüge. Auf einem Flyer war eine Araberin auf einem fliegenden Teppich abgebildet. Fliegender Teppich, cool das müsste gehen. Hmm, Teppich.........Teppich, hmm??? Aber warum sich alleine den Kopf zerbrechen, wenn man Freunde hat. Vor allem Freunde mit edlen Elektrogeräten und Schraubenschlüsseln bis Größe 2,5 mm???? Il s'appelle Matthias Elender (der mit den Neutonen), gelernter Techniker und selbst Flieger. Kurzerhand wurde seine Küche zur Teppichwerkstatt umfunktioniert. Der Prototyp unseres Unterbaus ging beim Probesitzen am Landeplatz in Lumbin auch gleich zu Bruch. Also verstärkt, noch mehr Schrauben rein und zum Schluss noch angemalt. ....., na dann hab ich wohl keine andere Wahl mehr.
Bei den Formalitäten hat mir Bertrand (auch ein Flieger, arbeitet im Maison de Montagne und der englischen Sprache mächtig) ziemlich geholfen. Voraussetzungen für die Teilnahme sind lediglich 2 Dinge.
- Gültige Versicherung (bei den DHV-Mitgliedern ist die DHV-Mitgliedsnummer gleich die Versicherungsnummer )
- Eine Verkleidung (sonst bringt's das ja nicht) wobei so ziemlich alles erlaubt ist was irgendwie Spass macht.
Jeder Pilot sollte sich außerdem das Reglement durchlesen, einigermaßen
verstehen und auch dringenst einhalten, chaotisch wird es nämlich jedes Jahr
von ganz alleine.
Anmelden kann man sich bis zum Beginn der Veranstaltung, äußerst spontane
Teilnehmer können sich mit etwas Charme bestimmt auch noch während des Spektakels
anmelden.
O.k. Verkleidung hab ich und angemeldet bin ich.
Coup Icare
Mittwoch: Den ganzen Tag bin ich am rummachen. Klamotten und Proviant zu Matthias bringen, packen, noch'n Brot backen (äußerst leckere Brotbackmischung gibt's bei Aldi für 0,89 Euro) Als ich dann um kurz nach 18 Uhr aus'm Haus stürze, hab ich dann auch glatt meinen so leckeren Karottensalat im Kühlschrank vergessen.
Auch ohne den Salat bin ich so dick bepackt das ich den Busfahrer bitten muss mir die hinter Tür zu öffnen, weil ich sonst nicht reingekommen wäre.
Achtung, Achtung:
Wer hat Tipps und Tricks für mich zum Thema "Ich reise mit meinem Gleitschirm und
ohne eigenes Auto durch die Weltgeschichte"?
Mit meinem GS, Zelt, Isomatte, Schlafsack,
Klamotten, Foto u.s.w. kam ich mir vor wie ein Esel, so nach dem Motto " Erst trag
ich dich und dann trägst du mich".
Aber gut, meim Bus dann nach Lumbin, von dort per
Anhalter zurück nach St Isimier, weil von da schon eine vielbefahrene Strasse hoch
nach St Hilaire geht. Der Partyorganisator persönlich hat mich dann mitgenommen. Mit
Beginn der Dämmerung hab ich dann auf dem Campingplatz mein "Etablisement Hosten"
aufgebaut. Noch gibt's genug und vor allem waagerechten Platz.
Donnerstag: Nach einem spartanischen Frühstück aus dem Supermarkt (Baguette, Come-on-Bert, eine Tomate, ein Apfel und ne Packung Butterkekse) hab ich mich um meinen Presseausweis gekümmert.
Die zwei Mädels vom Bureau du Presse haben mich dann auch, nachdem ich ein einfaches Formular ausgefüllt habe, mit einem Presseausweis für das "Internetmagazin" ???(www.gleitschirm)??? und 'ner Ladung Essensgutscheinen ausgestattet. Cool, Essen und Trinken für umme. (Mein Karton mit Proviant stand ja geschickterweise noch in Grenoble).
Na ja. Nachmittags hab ich mich dann am Startplatz lang gemacht und drei Stunden lang nur den anderen Piloten beim Starten und Fliegen zugesehen. Herrlich, mit Sonnenbrille und Butterkekse knabbernd daliegen und gar nicht an's Selberfliegen denken. Unzählige Starts hab ich gesehen. Von astrein und kontrolliert bis eben auch "Huih, juih, juih" und einige Abbrüche. So ein Tag sollte jeder Flieger ab und zu mal einlegen und selbst wenn die Bedingungen schon längst fliegbar sind einfach mal sitzen bleiben und beobachten. Ich denke, dass ich in relativ kurzer Zeit, viel gesehen und vor allem dazugelernt habe. Im Laufe des Nachmittags gab's dann auch ne Kollision zwischen zwei GS-Piloten. Nachdem sie sich wieder voneinander befreit hatten kam einer von den Beiden trotzdem an der Rettung runter. Martin aus Deutschland. Ich hab ihm dann mit einem Franzosen und dem anderen Piloten, der in der Zwischenzeit oben eingelandet war, aus seiner unangenehmen Situation befreit. Baumlandung. Schirm und Rettung voll drin, er blieb zum Glück unverletzt. Danach hatte ich noch weniger Lust zum Fliegen. Alles in allem dennoch ein angenehmer Tag. Am Abend kam dann noch Matthias und hat mir meinen Teppich und die ganzen Sachen, die ich nicht mehr mitschleppen konnte, vorbei gebracht.
Freitag: Den lies ich mit Orangensaft, Müsli mit Banane, hartem Ei u.s.w. beginnen.
Ohne Mampf kein Kampf, eher noch ein Krampf, und das beim Fliegen. Ne, lass mal. Also, erst mal
petit dejeuner wie der Franzose so schön sagt. Danach wieder den einen Kilometer nach St Hilaire
gestoppt. So langsam füllt sich der Campingplatz und auch die Anzahl der Autos und Menschen
steigt spürbar an (jetzt heist's nämlich schlangestehn, wenn man sich am Morgen duschen möchte.
Wie am Donnerstag hab ich mich lange am Südstartplatz aufgehalten. Bei Sonnenschein, frischer Luft
und raschelndem Gleitschirmstoff lässt es sich so auch gut aushalten. Im Gegensatz zu gestern hab
ich allerdings nicht nur zugesehen, sondern hab den Piloten bei ihren Startvorbereitungen geholfen.
Ich hab bestimmt 50 Schirme ausgelegt, Leinen sortiert und einigen Kandidaten (die mit den
Schweißperlen auf der Stirn) garantiert angenehmen Rückhalt geboten. Vielen war die Anspannung
am Startplatz und der Druck der wartenden Piloten deutlich anzusehen. Einige Piloten haben drei
oder vier Startversuche benötigt bis sie dann draußen waren, trotz optimaler Bedingungen.
Am Nachmittag gab sich Mike Küng die Ehre, zum "Kurven fliegen" wie er dazu sagt. In Wirklichkeit
präsentierten er und noch zwei andere Piloten "Akroaktion" vom Feinsten. Sat, Heli, Tumbling,
Spiralen und Wing Overs, Flugfiguren die alle nicht zum Repertoire der 90% bis 95% der
normalsterblichen Piloten gehören.
Interessant sah auch mal eine Steilspirale aus, die durch den Einsatz einer Rauchbombe,
in den Himmel "gezeichnet" wurde. Nachdem Mike wieder eingelandet war hab ich ihm auch gleich
einen meiner Butterkekse angeboten und 'ne Weile mit ihm gelabert. Als ich dann endlich die
Idee mit dem Interview kam, hatte Mike den Butterkeks schon aufgegessen und war schon wieder
am Aufbrechen. Ein paar Bilder hab ich noch von ihm gemacht, bevor er sich dann zum Landeplatz
hinunter turnte. Die 5 Fragen habe ich nachträglich per Internet an ihn gestellt. Leider wurden
sie mir nur von seiner "Sekretärin" beantwortet, also nicht ganz original aber besser als gar
nicht.
Ein Flug hab ich mir dann doch noch gegönnt, außerdem wollte ich mal wieder in so 'nem richtigen Haufen fliegen. Nach 30 Minuten bin ich dann aber auch wieder oben eingelandet, am Boden gab's meiner Meinung nach genug zu sehen.
Am Abend haben mich dann noch Matthias und Tobias besucht und gemeinsam genossen wir das
nächtliche Panorama des Iseretals. Der Vollmond war auch mit von der Partie.
Noch später am Abend war dann Party angesagt. Die Band JMPZ (www.jmpz.net) verstand es
bestens, eine Gruppe rumstehender und unentschlossener Zeltbesucher in eine unkontrollierbare
Masse wild umherspringender und ordentlich abrockender Partypeople zu verwandeln. Die fünfköpfige
französische Gruppe heizte das Zelt so richtig auf, vor allem der Frontman mit seinem Didgeridoo,
das er direkt an's Mikrophon hielt, versetzte mit seinen Vibes auch noch die Hintersten in einen
Trancetanz. Dickes Lob also.
Samstag: Piep-Piep-Piep…………Piep-Piep-Piep… (Soll kein Vario sondern ein Wecker sein) Was?….Wie?……Ach so, da war ja noch was. Um kurz nach 10 trudele ich mit Sack und Teppich dann auch beim Briefing ein, bei dem lediglich ca. 30 Piloten anwesend waren und verstanden hab ich auch nur die Hälfte. Noch ein Croissant und ein Tee gefrühstückt und danach zum Nordstartplatz. In einem extra dafür vorgesehenen Bereich neben dem Startplatz begannen auch gleich emsige Vorbereitungsmaßnahmen und ein wildes Rumgebastele.
Auch an meinem Teppich gab's noch einiges zu tun wobei mir Matthias wieder spitzenmäßig geholfen hat. An dieser Stelle also das dickste Lob überhaupt. Danke Matze.
Danach hieß es dann anstehen. Zwischen Spacemutanten, Piratenschiffen und prähistorischen
Flugechsen war die Stimmung recht ausgelassen, die Aufregung nahm trotzdem mit jedem Meter
den wir vorranrückten zu. Irgendwann war's dann auch soweit.
Nachdem ich mich am Rand des
Startfeldes eingeklinkt und präpariert hatte war ich an der Reihe. Was dabei rausgekommen ist
könnt ihr ja auf den Bildern sehen.
Für mich war's neben den Strapazen auf jeden Fall ein
riesen Spaß und eine weiter Erfahrung. Mit nem Teppich unterm Gurtzeug fliegt man schließlich
nicht alle Tage.
Nach einer Landung im Sitzen hab ich meinen Unterbau recycled und bin mit
der nächsten Navette wieder hoch gefahren. Am Landeplatz waren zwar Fahrbuden, Outdoormarkt,
Musik, Fressbuden u.s.w. aufgebaut aber da wollte ich mich mit meinem Schirm nicht auch
noch durcharbeiten.
Oben angekommen dann erst mal ausgiebig gespeist, sprich meine Essensgutscheine gegen warmes und leckeres indisches Essen eingetauscht. Gegen Abend hat sich auch das Wetter verschlechtert und als die ersten Regentropfen fielen lag ich schon in meinem Zelt. Erschöpft aber auch glücklich und zufrieden über diesen gelungenen Tag.
Sonntag: Der war, wie Sonntage oftmals sind, eher etwas lasch und träge. Die verregnete Nacht hat ihr übriges dazu beigetragen. Die Temperatur war dementsprechend kalt und die sowieso schon beanspruchten Wiesen waren schlammig. Viele sind auch schon im Laufe des Vormittages abgereist. Ich hab den Tag genutzt um mich nochmals ausgiebig mit der Messe, mit den Ausstellungen in St Hilaire und mit den Filmen zu beschäftigen. Nachdem ich am Nachmittag meinen letzten Essensgutschein im "Le Gandinou" gegen zwei Crepes und einen guten Kaffe getauscht habe (von meinem Fensterplatz konnte ich die Kunstflugvorführung eines Armeeflugzeuges beobachten), war es dann auch für mich Zeit zu gehen. Als ich mein Lager dann abgebrochen hatte kam wieder die Eselgeschichte wobei sich der Rückweg überraschend einfach ergab. Zwei junge Franzosen haben mich vom Campingplatz aus bis direkt vor meine Haustür mitgenommen. Eine lange, heiße Dusche und mein eigenes Bett waren die einzigen Wünsche die ich noch hatte.
Sonstiges
Quasi was es sonst noch so gab, auch Rahmenprogramm genannt. Zum Beispiel die Messe. Jeder, der schon mal auf so einer Messe war weis, was da gebacken ist. Unzählige Hersteller und Anbieter von Flugzubehör preisen in extra dafür vorbereiteten Kabinen ihre Waren an. Mit kleinen Leckereien und hohlen Versprechungen versuchen sie den ahnungslosen Besucher möglichst lange an ihren Stand zu binden und ihm ihre Neuigkeiten zu verkaufen. Schon mancher ist da mit einer Waschmaschine nach Hause gekommen, obwohl er schon einen Wagenheber hat ???
O.k., Spaß bei Seite. Jedenfalls hab ich im Moment grad gleitschirmmäßig alles beisammen, ein GPS kann ich mir nicht leisten und somit gab es für mich auf der Messe außer ein paar netten Postern nicht viel Interessantes.
Auch der Gebrauchtmarkt, der für die Annoncen ein halbes Zelt und für die aufgebauten Drachen eine ganze Wiese beanspruchte, reizte mich nur für ein Photo. Am Landeplatz in Lumbin war Jahrmarkt Stimmung aber nach meinem Verkleidungsflug hatte ich keinen Kopf für diesen Trubel.
In Lumbin sind wohl auch die Heißluftballone gestartet, allerdings zu einer Uhrzeit, zu der ein rechtschaffender Gleitschirmflieger noch im Schlafsack schlummert. Jedenfalls hab ich von den Mongolfieren nichts mitbekommen.
Jeden Abend fanden außerdem die "Vols de nuit" (Nachtflüge) des 13-ten BCA statt (Berg Cracksel Abteilung), die allerdings durch den oftmals vorherrschenden Nebel recht unauffällig verliefen. Was mir meistens sehr gut gefallen hat, waren die Filme, die jeden Vormittag und Abend in einem Kinozelt gezeigt wurden. Über einige Filme, die ich gesehen habe, möchte ich kurz berichten.
- "La Boom du Semnoz" stellte die verunglückte Mischung aus Gleitschirmfliegen und Snowborden dar, welche die Liebhaber dieser Sportart "Snow Kite" nennen. Der Reiz des Fliegens wird dabei meiner Meinung nach nicht annähernd erreicht und Snowboarden macht unangekettet bestimmt mehr Spaß. ( "La Boom du Semnoz", angenehm kurz und schnell vergessen.)
- "Les Ballons Pirates De Rio": Nein, keine Überfälle auf Gleitschirmflieger im freien Luftraum vor Rio de Janeiro sondern vielmehr eine friedliche und zutiefst gefühlvolle Ausdrucksweise der dortigen Bewohner. Tausende von Leuten stellen heimlich in ihren Garagen riesige Ballons aus Seidenpapier her. Magische Alchimie aus Papier, Licht und Farben schicken dann diese Piraten mit ihren beeindruckend bemalten Ballons durch die Luft. Seit kurzem wird dieses Tun mit Gefängnis bestraft, dennoch fahren die "Baloeiros" mit dem Loslassen ihrer übermäßigen Träume über der schönsten Bucht der Welt fort. Der Film zeigt die Handwerker und Künstler und erzählt nebenbei die Geschichte des kleinen Mannes in Brasilien. (53 Minuten lang schöne und spannende Bilder.)
- Another Live (Portrait of Andy Hediger): Andy Hediger ist vor 4 Jahren, nach dem Verlust seiner Lebensgefährtin aufgrund eines Gleitschirmunfalls, nach Argentinien ausgewandert. Der Film erzählt die Geschichte dieses langjährigen Fliegers, seiner Leidenschaft, den Problemen die sich ihm in den Weg stellten und den Mut, mit dem er sie bewältigte. An seinen Träumen festhaltend wagte er einen Neuanfang in einem fremden Land. (Ein Mann, der vom Element Luft einfach nicht wegkommt ).
- Sat Republic : 5 Minuten spanische Akrokunst. Beeindruckend, wie die Gebrüder Rodriguez mit ihren Schirmen die Luft zerschneiden und nebenbei neue Maßstäbe im Schirmhandling setzen. Allein schon vom Zuschauen ist so manchem bestimmt schwindelig geworden.
- Il Volo: Italienischer Animationsfilm über Boomeranggeschleudere vor dem Ayers Rock, am Ende fliegt nicht nur der Boomerang. (Gute Musik und der größte Videokünstlerische Beitrag.)
- Pulse - Special Edition: Wer kennt Oliver Furrer? Wer ihn nicht kennt, und das werden die meisten sein, der hat aber bestimmt schon einmal Bild von ihm gesehen. Mit einer Art Flügelanzug, auf einem Aerofoilbrett stehend, auf Skiern oder mit Hilfe sonstiger Spezialkonstruktionen gleitet der Schweizer Skysurfer durch die Luft. Von Technomusik berauscht führt er seine Sprünge mit Leidenschaft und Perfektion aus und sucht ständig nach neuen "Flugopfern", die er für seine spektakulären Sprünge einsetzen kann. ( 11 Minuten "witziger" Nervenkitzel )
- Le Peuple Migrateur / Making of : Über den aufsehenerregenden Film mit den Gänsen, die einmal um die Welt geflogen sind und dabei ständig aus nächster Nähe gefilmt wurden. Dieser Film berichtete über die Kehrseite der Dreharbeiten, die enorme Arbeit, Geduld und Beharrlichkeit, welche zur Aufzucht und zur Flugvorbereitung der Küken aufgebracht werden musste und die vielen und schwierigen Auslandsreisen, bei denen die Vögel an die unterschiedlichsten Klimazonen gewöhnt wurden. Erst danach konnten die Filmarbeiten aus den UL's beginnen, aus denen dann der Film entstand, den einige von euch bestimmt gesehen haben. ( Mit 52 Minuten und am Ende eines langen Filmabends zwar ziemlich anstrengend, dennoch interessant und beeindruckend ). Ich bin vor allem gespannt, wie ich den original Film finden werde.
- X - force: The science of flight: (Mein Lieblingsfilm) Ein ähnlicher Film wie "Glücklicher Ikarus" von Toni Bender. Einmal mehr wird in einem Film deutlich über die Höhen und Tiefen, Erfolge und Niederlagen eines Gleitschirmfliegers berichtet. Eine Gruppe neuseeländischer Flieger hat es sich zum Ziel gesetzt, von einem Berg (???) zum Mount Cook zu fliegen. Mit der Hilfe eines ortsansässigen Segelfliegers "arbeiten" sie sich in ihr Gebiet ein, warten gemeinsam auf den richtigen Tag und bereiten sich und ihre Ausrüstung auf den Flug vor. Der Film zeigt deutlich, wie abhängig diese Sportart vom Wetter ist, erklärt mit verständlich dargestellten Computeranimationen die Funktionsweise der Thermik, von Luv und Lee, des Gleitwinkels u.s.w. Gezeigt werden Misserfolge, Fehlstarts mit Verletzungen und wie entscheidend letztendlich die Flugtaktik für den Erfolg eines Piloten ist. Nur einer erreicht, nach einem langen, gefahrvollen und kräftezehrenden Flug, am Ende den Mount Cook und wird dort freudestrahlend von seinen Freunden empfangen.
Interview
(nachträglich über www.madmikeküng.de erfragt )
1.) In welchem Fluggebiet / Berg fühlst du dich am wohlsten (so westentaschenmäßig)???
Mike fühlt sich in jedem Fluggebiet wohl. Sein Element ist einfach die Luft, egal an welchem Ort. Das resultiert aus seinem jahrelangen Training. Er weiß, dass er seinen Schirm unter nahezu allen Bedingungen unter Kontrolle hat, da wird das Wo zur Nebensache.
2.) Welches ist dein nächstes größeres Projekt???
Für 2002 sind noch einige Reisen geplant. Unter anderem nach Südamerika und Asien. Bei den Projekten, die in Vorbereitung sind, hat Mike ein Motto: Erst machen, dann reden. Aber eins ist sicher, Ideen für gute Geschichten hat Mike jede Menge.
3.) Was sollte deiner Meinung nach jeder GS - Pilot beherrschen, um als guter / sicherer Pilot durchzugehen??? (Was macht einen guten Piloten aus?)
Das allerwichtigste für jeden Piloten ist die richtige Selbsteinschätzung.
Egal welchen fliegerischen Level man erreicht hat. Ein guter Gleitschirmpilot muss
beurteilen können, ob sein Können, seine psychische und physische Verfassung, sein
Equipment und die meteorologischen und geographischen Bedingungen zusammenpassen.
Dazu gehört auch mal auf einen Flug zu verzichten und mit der Bahn ins Tal zu fahren,
wenn es nicht passt. Macht Mike übrigens auch manchmal.
Außerdem ist es wichtig zu trainieren, sich weiterzuentwickeln, sich klare
Ziele zu setzen. Stillstand bedeutet in Mike's Augen Rückschritt. Man sollte die
eigenen Schwachpunkte erkennen und an der Verbesserung arbeiten.
4.)Welche war die wichtigste / einschneidenste Erfahrung in deiner bisherigen Zeit als Flieger???
Eines der beeindruckensten Erlebnisse war sicher der Höhenweltrekord im Jahr 2002. Bei Mike's Absprung aus 9.277 Metern waren Mensch und Material wirklich am Limit. Aber diese Höhe war auch berauschend. Da kam bei Mike schon ein bisschen "Weltraumfeeling" auf.
5.) Zu welcher Musik kannst du so richtig gut Party machen???
Linkin'Park, Nickelback, dass ist so Mike's Richtung, wenn Party angesagt ist.
Tschüssi
Ich hoffe, für den einen oder die andere war was spannendes oder informatives dabei, wenn ihr dennoch das alte "Frage - Antwort - Spiel" mit mir spielen wollt, kein Problem, ihr müsst allerdings anfangen. hubertstephan@web.de.