Ernst Strobl (U-turn)
Zur Person:
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Wie bist Du zu Deinen Job gekommen und wie lange bist Du schon dabei?
An meinem Prüfungsflug im Juni 1988 habe ich einen Testflug vorgeführt.
Nach der Landung sprach mich Karl .......... (Aerodynamik und
Raumfahrttechniker bei der DASA- Er arbeitete damals mit Klaus
Bichelmaier "BICLA" an einem neuen Gleitschirm "GEN 3" (mit der einführbaren
Zeltstange in der Eintrittskante)
So begann meine Arbeit für eine Gleitschirm Firma. Von Klaus Bichelmaier lernte
ich einen Gleitschirm zu entwerfen ohne Computerunterstützung! In Sperrholz
ausgesägte Profile (Maßstab 1:1). Das hat mich fasziniert... mit meinen eigenen
Ideen zu Fliegen.
Mit der Aufnahme 1989 in die Deutsche Nationalmannschaft und der späteren
Teilnahme an der WM in Kössen "89" wollte ich die nächsten Wettkämpfe mit
einem eigenen Design Fliegen und natürlich gewinnen... Über BICLA kam ich zu
Gin Song der damals für UP konstruierte... so fing alles an.
Hast Du ein Vorbild?
Nein. Aber viele Menschen deren Leistungen ich schätze ich respektiere!
Wenn Du heute nochmal die Wahl hättest, würdest Du nicht lieber Versicherungsvertreter werden?
Nein. Ich liebe das Risiko und brauche G-Kräfte die auf meinen Körper
wirken.
Wenn ich noch mal die Wahl hätte würde ich wohl Autorennen fahren und
Gleitschirmfliegen und Konstruieren wäre mein Hobby.
Auf welchen Deiner Schirm bist Du besondes stolz und warum?
Auf alle und keinen... Mein Ziel war und ist es immer das leistungsstärkste und sicherste Model in seiner "DHV Klasse" zu konstruieren. Dass das nicht immer 100%ig gelungen in den letzen 14 Jahren, dass weiss ich, kommt aber in jedem Entwicklungsberuf vor...!
Welchen Schirm würdest Du - mit Deiner jetzigen Erfahrung - heute nicht mehr bauen und warum?
Ich würde heute jeden Schirm neu Überarbeiten... da ich nach Abschuss des DHV Gütesiegels schon neue Verbesserungen im Kopf habe.
Wohin wird, deiner Meinung nach, die Entwicklung der nächsten Jahre gehen?
Noch mehr passive Sicherheit bei höherer Leistung.
Welche Geschichte würdest Du am liebsten verschweigen, weil Sie Dir etwas peinlich ist (erzählst Sie uns aber doch)?
Ich verschweige eigentlich nichts, da mir nichts peinlich ist. Auf Bayerisch würde ich sagen: Is heut passiert! Wos mächst dageng macha?
Und welche Story wirst Du später Deinen Enkeln immer und immer wieder erzählen?
Ich könnte Wochen lang erzählen wo, mit was und mit wem ich schon fliegen war. Ich weiss gar nicht wo ich anfangen soll, da in dieser langen Zeit so viel passiert ist! Fliegerisch, Geschäftlich und Privat. Ich glaube ich werde ein Buch schreiben...:-)
Was war dein eindrücklichster Flug?
Ich musste Ende 1990 einen DHV Vorflug von unserem "BICLA-UP" Tandem machen.
Da niemand mit mir Fliegen wollte (damals hatte ich den Ruf ein wenig
verrückt zu sein ;-) bin ich mit einem 50kg schweren Zementsack am
Rücken geflogen. Der Startplatz: Schweiz, gegenüber der Eiger Nordwand
auf einem Klippenstartplatz mit reichlich Rückenwind und einer Buschreihe
vor der 1000m tiefen Steilwand. Nach dem zweiten Fehlstart war ich endlich
draußen... Vollgas durchs Gebüsch...Ich und 50kg Zement! Ich höre heute noch
Christoph Kirsch (damals DHV Testpilot) sagen: "Ernst, dein Schirm hat schon
bedenklich entleert...!?"
An welcher Location findet man Dich/Was ist Dein Lieblingsfluggebiet?
Meistens Fliege und Teste ich in Lenggries am Brauneck, ist mein Zuhause und mein Lieblingsfluggebiet.
Was wünscht Du Dir (außer Frieden auf der Welt, Gesundheit ....)?
Mehr Toleranz und Zufriedenheit auf dieser Welt - und wenn ich mir wirklich was wünschen könnte dann möchte ich mit einem aktuellen Formel 1 Auto fahren wollen vielleicht im Schlepptau von Schumi.