Norman Lausch
Zur Person:
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Wie bist Du zur Wettbewerbsfliegerei gekommen und wie lange bist Du schon dabei?
Ein Freund aus meinem Verein hat mich 1999 überredet (danke, Olrik!), an der Junior- (und Ladies-) Challenge teilzunehmen. Dann konnte ich 2000 zwei Ligadurchgänge mitfliegen, für mehr war keine Zeit, jedoch hat es mir super gefallen und ich wollte dazulernen. 2001 konnte ich dann mehr fliegen, mit entsprechendem Erfolg.
Hast Du ein Vorbild?
Keine einzelne Person. Ich versuche, von den Besten zu lernen, egal auf welchem Gebiet.
Was macht einen guten Wettkampfpiloten Deiner Meinung nach aus?
Auf jeden Fall Spontanität und Entschlussfreudigkeit, im Wettbewerb müssen ständig Entscheidungen getroffen werden. Dann muß auch noch das Verhältnis zwischen Risikobereitschaft (Gas geben) und Geduld (besonders bei schwachen Bedingungen) gut ausbalanciert sein. Auf jeden Fall sollte man es nicht zu verbissen sehen und den Spaß an erste Stelle setzen, sonst wird es schnell frustrierend.
Auf welchen Deiner Erfolge bist Du besondes stolz und warum?
Auf keinen besonders, ich freue mich über die kleinen Dinge, wie die erste Ziellinienüberquerung meiner Laufbahn oder die Tasks in Südafrika und in der Schweiz, die besonders eindrucksvoll für mich waren.
Am meisten habe ich mich über den Laufsieg im ersten WM-Durchgang gefreut, in dem ich riskant schnell auf den letzten Metern die anderen überholt habe.
Manchmal frage ich mich auch, warum es letztes Jahr mit einem Schlag so schnell bergauf ging, dann fällt mein Blick auf meinen Packsack und ich ahne die Antwort.
Welchen Tipp kannst Du jungen Piloten geben. Was sollten sie unbedingt vermeiden? Was müssen Sie unbedingt können?
Klar sollte sie ihren Schirm halbwegs beherrschen, mir hat Trainieren über Wasser (besser im Sicherheitstraining) viel Selbstbewustsein gegeben. Sehr wichtig ist meiner Meinung nach, die dem Können und Ziel des Piloten angemessenen Wettbewerbe zu fliegen, nicht über- oder unterfordern. Dabei hat mich Teamchef Stefan Mast erheblich unterstützt, aber auch alle anderen Nationalmannschaftspiloten helfen da gern weiter.
Leider ist es ab dem internationalen Level sehr kostenaufwendig, man sollte genau wissen, wie weit man gehen will. Ich habe alle Wettbewerbe als Training für mich gesehen, alles was ich kann, habe ich in Wettbewerben gelernt.
Der einfachste Weg in Deutschland ist, sich über Einsteigerwettbewerbe ( wie die Juniorchallenge) für die Liga zu qualifizieren, und dann in FAI 2 Wettbewerben (meist offene Landesmeisterschaften) Erfahrung (und Pokale) zu sammeln. In der Königsklasse Worldcup geht es dann richtig heiß her, der Lerneffekt ist hier eindeutig am größten.
Wie sieht es mit dem Sponsoring aus? Wie bist Du zu Deinen Sponsoren gekommen, was kannst Du anderen Piloten diesbezüglich raten?
Abgesehen von Sponsoring über die Nationalmannschaft habe ich trotz immensem Aufwand und sicher vorzeigbaren Ergebnissen, sportlich wie pressetechnisch, nur einen kleineren Sponsor. Ich werde keine Energie und Zeit mehr mit Mappen und Rumrennerei verschwenden. Wenn man Kontakte irgendwohin hat oder sich eine Gelegenheit ergibt, dann ok, alles andere ist illusorisch (auch ein 2. Platz in der Weltrangliste hilft da nicht weiter).
Welche Geschichte würdest Du am liebsten verschweigen, weil Sie Dir etwas peinlich ist (erzählst Sie uns aber doch)?
Bei einer Demoveranstaltung in Korea habe ich in ca. 600 m über Grund einen Helicopter eingeleitet. Es war der erste, der richtig abging und gut im Zentrum war und ich hatte riesen Spass. Bis ich im Augenwinkel einen Baum sah - Baum? - Baum! Ich konnte gerade noch die Rotation stoppen, bevor ich auf dem Boden aufkam. Vor lauter Euphorie hatte ich meine Höhe außer acht gelassen. Zum Glück nichts passiert, gibt einen netten Videoclip von einer echten Helicopterlandung. Jedoch möchte ich's nicht wiederholen, vielen Dank an meinen Protector.
Und welche Story wirst Du später Deinen Enkeln immer und immer wieder erzählen?
Da gibt es keine spezielle, denn es gibt so viele schöne Geschichten beim Fliegen, da kann ich immer wieder was Neues erzählen
Was war dein eindrücklichster Flug?
Bis vor 2 Jahren hatte ich eine top ten Liste der schönsten Flüge, jetzt sind es zu viele. Am eindrucksvollsten finde ich Tests mit dem Tandem, selbst wenn's schief geht, kann man mit dem Passagier drüber lachen.
An welcher Location findet man Dich/Was ist Dein Lieblingsfluggebiet?
Jetzt am meistem im Worldcupgelände vom letzten Jahr in Korea, Mungeyong oder in unserem Testgelände.
Was wünscht Du Dir (außer Frieden auf der Welt, Gesundheit ....)?
Mehr Zeit für die Freundin (und kürzere Distanz zu ihr), unfallfreie Flüge und natürlich Flugwetter.